PAAM - Physician Assistants meet Allgemeinmedizin
Einleitung
Die hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen: Demografischer Wandel, zunehmende Multimorbidität und ein sich verschärfender Mangel an Hausärzt:innen, insbesondere in ländlichen Regionen, erfordern innovative Versorgungskonzepte. Eine vielversprechende Lösung bietet der Einsatz von Physician Assistants (PAs) – akademisch ausgebildeten Gesundheitsfachkräften, die delegierbare ärztliche Tätigkeiten übernehmen können.
Das Projekt „PAAM – Physician Assistants meet Allgemeinmedizin“ zielt darauf ab, die Integration von PAs in hausärztliche Praxen systematisch zu erproben und zu evaluieren. Gefördert durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses mit rund 6,75 Millionen Euro, wird das Projekt über einen Zeitraum von 45 Monaten (01/2025 – 09/2028) durchgeführt. Die Konsortialführung liegt beim Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikums Essen.
- Physician Assistant
- Allgemeinmedizin
- Projekt

Projektstruktur und -ziele
Im Rahmen einer cluster-randomisierten kontrollierten Interventionsstudie werden 24 Interventionspraxen in den KV-Bezirken Westfalen-Lippe und Schleswig-Holstein jeweils mit einer PA ausgestattet. Weitere 28 Praxen dienen als Kontrollgruppe. Die PAs durchlaufen ein speziell entwickeltes, hausarztpraxis-spezifisches Intensivtraining und erhalten gemeinsam mit den Praxisteams über 18 Monate hinweg regelmäßige Coachings zur Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit.
Ziel des Projekts ist es, den Beitrag von PAs zur Verbesserung der hausärztlichen Versorgung zu untersuchen. Dabei stehen Aspekte wie Patientensicherheit, Versorgungsqualität, Effizienz, Arzt- und Patientenzufriedenheit sowie die Entlastung der Hausärzt:innen im Fokus. Die Ergebnisse sollen evidenzbasierte Grundlagen für die zukünftige Rolle von PAs in der Primärversorgung liefern.
- 24 Interventionspraxen
- 28 Kontrollpraxen
- 18 Monate regelmäßige Coachings und Förderung
- Evidenzbasierte Primärversorgung

Bedeutung für die Primärversorgung
Die Integration von PAs in hausärztliche Praxen könnte einen entscheidenden Beitrag zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung leisten, insbesondere in unterversorgten Regionen. Durch die Übernahme delegierbarer Aufgaben können PAs Hausärzt:innen entlasten und gleichzeitig die Versorgungsqualität aufrechterhalten oder sogar verbessern. Internationale Erfahrungen, etwa aus den USA und den Niederlanden, zeigen bereits positive Effekte des PA-Einsatzes in der Primärversorgung.
Rolle des DHPA im PAAM-Projekt
Der Deutsche Hochschulverband Physician Assistant (DHPA) ist als Konsortialpartner maßgeblich an der Konzeption und Umsetzung des PAAM-Projekts beteiligt. Der DHPA bringt seine Expertise in der akademischen Ausbildung von PAs ein und unterstützt die Entwicklung des Qualifizierungsprogramms sowie die wissenschaftliche Evaluation.
Das Projektteam des DHPA setzt sich zusammen aus:
